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90 Jahre Edersee |
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Die Kirche wurde samt Inventar auf den Berg gekarrt
Viele Männer besetzen im Gotteshaus immer noch die linken Sitzreihen und die Frauen nehmen rechts Platz
Quelle: Uli Klein, Waldeckische Landeszeitung
07.05.2004 |
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EDERTAL-BRINGHAUSEN (uh)
In der im Jahr 1726 erbauten Kirche von Bringhausen wird am Pfingstmontag der 90. Jahrestag der Ederseeflutung gefeiert. Unter der Leitung von Pfarrer Johann Philipp Waldeck und Baumeister Julius Ludwig Rothweil wurde das Gotteshaus in Altbringhausen errichtet.
Nachdem feststand, dass das ursprüngliche Dorf im Edersee versinken würde, entschlossen sich die Verantwortlichen und die Dorfbewohner für den Abriss und anschließenden Wiederaufbau auf dem Daudenberg im heutigen Bringhausen. Regierungsbaumeister Dr. Ingenieur Meyer und Regierungsbauführer Kramer überwachten die Umsiedlung des Sandsteinquaderbaus. "Wie die meisten alten Häuser wurden auch die Steine und das Inventar unserer Kirche auf Kuh- und Pferdegespanne verladen und auf den Berg gebracht", berichtet Friedrich Höhle aus Erzählungen seiner Vorfahren. Der Wiederaufbau der Barockkirche am neuen Ort fiel allerdings ein wenig kleiner aus. Die Kirche präsentiert sich seit ihrer Umsiedlung etwas kürzer, niedriger und mit einer verkleinerten Empore. Besonders interessant ist der Innenraum, der von einem Kanzelaufbau auf vier Palmsäulen dominiert wird. Darüber befindet sich auf einem rechteckigen und aufwendig verzierten Podest ein Kanzelkorb mit einem hölzernen Schalldeckel. Der Kanzelaufbau wurde der zwischen 1653 bis 1687 errichteten Kirche von Helsen nachempfunden.
Kirchenhistoriker führen die Form des Kanzelaufbaus auf den späteren Waldecker Fürsten Georg Friedrich zurück, dessen Wahlspruch lautete: "Palmen wachsen unter Lasten". Auch in ihrer neuen/alten Kirche pflegten die Bringhäuser lange Zeit ein besonderes Ritual. "Die Männer saßen immer links und die Frauen grundsätzlich in der rechten Reihe", erzählt Willi Brüne. Die Geschlechtertrennung wird erst seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges nicht mehr allzu streng genommen. "Durch die Neubürger hat sich das geändert, obwohl wir wie viele andere Urbringhäuser immer noch grundsätzlich auf der linken Seite Platz nehmen", berichten Karl Witte und Friedrich Höhle übereinstimmend.
Das Fest rund um die Kirche steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Edersee-Anstaus vor 90 Jahren. Am Pfingstmontag, 31. Mai, lädt der Kirchenvorstand und die Dorfgemeinschaft zu der Veranstaltung auf den Daudenberg nach Bringhausen ein. Um 11 Uhr beginnt das Fest mit einem Gottesdienst. Anschließend wird rund um die Kirche und das angrenzende Dorfgemeinschaftshaus gefeiert. Nach einem gemeinsamen Mittagessen geht es mit einem bunten Basar weiter, und am Nachmittag werden Kaffee und Kuchen gereicht. Für die musikalische Unterhaltung sorgen der Kindersingkreis aus Hemfurth-Edersee unter der Leitung von Tommy und Sonja Schmitt sowie der Posaunenchor aus dem Wesetaldorf Gellershausen. Außerdem kann die Kirche besichtigt werden.
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