|
|
| zurück |
|
90 Jahre Edersee |
| |
|
|
 |
Schießerei und brennende Häuser
Im Jahr 1912 nahmen die Bewohner Berichs Abschied vom "San Remo" im Edertal
Quelle: Uli Klein, Waldeckische Landeszeitung
05./06.06.2004 |
|
EDERSEE (uh). Ende März 1912 nahmen die ehemaligen Bewohner von Berich Abschied von ihrem alten Dorf. In die immer noch erhalten gebliebenen Häuser zogen anschließend Arbeiter ein, die beim Bau der Sperrmauer beschäftigt waren. "Es kamen alle möglichen Fremdarbeiter in das bis dahin ruhige, abgeschiedene Edertal. Mit dem Bau der Sperre wandelte sich das Bild der idyllischen Landschaft", berichtete Hermann Meyer. Die als Fremdarbeiter bezeichneten Männer kamen aus der Slowakei, Bosnien, Italien und Kroatien.
Ihre Unterkünfte bezogen sie nicht nur in den zuvor von den Bewohnern geräumten Häusern Berichs, sondern auch in eigens errichteten Baracken im Edertal. In Dorf kam es am 27. April 1912 sogar zu einer Schießerei zwischen Bauarbeitern und Zigeunern. Dieser Vorfall bestätigt die Angaben von Hermann Meyer, der davon berichtete, dass Messer und Revolver bei den Fremdarbeitern "locker" saßen. Mit dem Voranschreiten der Arbeiten verließen immer mehr Bauarbeiter die Bericher Häuser. Im Herbst 1913 war das Dorf menschenleer. Wenige Wochen später rückten im Dezember rund 70 Pioniere mit Artilleriegeschützen in das Dorf ein. Sie hatten den Auftrag, die wenigen verbliebenen Wohnhäuser, die "Bericher Hütte" und die Molkerei zu sprengen. Nachdem dies erledigt war, lautete am 20. Dezember 1913 die kurze und lapidare Nachricht: "Berich brennt." Mit den Feuern wurden die letzten Überreste des ehemaligen Dorfes, das wegen seiner Südhanglage vom früheren Sachsenhäuser Arzt Dr. Dietzsch als das "Waldeckische San Remo" bezeichnete wurde, endgültig in Schutt und Asche gelegt.
|
|
| Top Tipps |
| |
Aktuelle Bilder
mehr
|
|