Der auf dieser Seite angegebene Pegel wird täglich um 07:00 Uhr vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden, Außenstelle Edersee, festgestellt und von uns übernommen. Durch die Bewirtschaftung der Talsperre u. a. zur Stromerzeugung seitens der E.ON kann der Pegel im Tagesverlauf schwanken.
Bitte beachten Sie dies speziell beim Überlauf der Talsperre. So kann der Edersee zwar um 07:00 Uhr leicht überlaufen, um 15:00 Uhr aber bereits wieder 3cm unter Vollstau sein.
Das folgende Bild zeigt den Verlauf vom 20.10. - 22.10.2008 bei ca. 222,45 m über NN und geringer Differenz zwischen Zufluss und Abfluss:
Die Abgabe an die Eder erfolgt in Affoldern mit konstant 6,00 m³/s. Die Abgabe aus der Talsperre erfolgt über das Kraftwerk Hemfurth I zwischen 17:00 Uhr und 21:15 Uhr mit ca. 36 m³/s (Abgabemenge bei 222,00 m über NN), siehe auch Abfluss.
Der Pegel steigt also im Tagesverlauf zunächst 10 cm an und fällt dann innerhalb von 4,25 Stunden um 11 cm.
Zufluss am 21.10.2008 = 5,20 m³/s * 1,10 * 24 * 60 * 60 s = 494.208 m³
Abfluss am 21.10.2008 = 36,00 m³/s * 4,25 * 60 * 60 s =
550.800 m³
Hinweis: Der tatsächliche Zufluss liegt ca. 10 % über dem in Schmittlotheim, daher der Faktor 1,10 in der Berechnung! Die Differenz im Ergebnis liegt an der Genauigkeit der uns bekannten Messwerte.
Neue Messanlage am Pegelhaus in Affoldern, Dezember
2006
Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden (WSA) hat in
der Eder bei Affoldern vier Eisenträger installiert, an denen
zukünftig Ultraschallwandler unter anderem die Fließgeschwindigkeit
des Wassers messen werden. Aus den Daten kann dann die Abgabemenge
der Edertalsperre permanent ermittelt werden, was eine genauere
Wasserbewirtschaftung der Talsperre ermöglicht.
Die neue Anlage wird bis zum Frühjahr 2007 zunächst im
Testbetrieb laufen. Sie wird dann die veraltete Seilmessanlage am
Pegelhaus in Affoldern ersetzen.
Vollstau und Beckeninhalt in 2004
Entgegen anders lauternder Pressemeldungen in 2003 plant
das WSA (Wasser- und Schifffahrtsamt) Hann. Münden den Vollstau
des Edersees für Anfang Mai. Dies hängt natürlich von der
hydrologischen Entwicklung im April ab. Der Bau des Radweges
zwischen Nieder-Werbe und Waldeck hat keine Auswirkung auf
den Wasserstand.
In 2003 hat das WSA den Beckeninhalt der Edertalsperre und
des Diemelsees neu vermessen. Mit einem Laser-Scan-Verfahren
wurde die Oberfläche abgetastet. Die Höhen konnten so
in einem dichten Punkteraster erfasst werden. Aus diesem digitalen
Geländemodell wurde der Beckeninhalt für jede Stauhöhe neu
ermittelt.
Für den Edersee ergab sich ein Inhalt bei Vollstau von 199,3
Mill. m³, also ca. 3 Mill. m³ weniger als bisher angenommen.
Der max. Inhalt des Diemelsees wird mit 19,9 Mill. m³ angegeben.
Das WSA geht davon aus, dass primär das genauere Messverfahren
für die neuen Ergebnisse verantworlich ist. Die Verfahren
Anfang des Jahrhunderts hatten eine geringere Genauigkeit.
Erosion und Geschiebeeinträge in den letzten Jahrzehnten spielen
eher eine untergeordnete Rolle.
Quelle: Pressemeldung des WSA
Abfluss
Die Wasserabgabe direkt aus dem Edersee erfolgt nur
sporadisch, d. h. die Turbinen im Kraftwerk Hemfurth I am
Fuß der Mauer laufen je nach Bedarf und können
so mit optimalem Durchfluss betrieben werden.
Das Wasser gelangt in das Aus-gleichsbecken Affoldern, aus
dem auch die beiden Pumpspeicherkraftwerke auf dem Peterskopf
ihr Wasser beziehen.
Das Wehr in Affoldern gibt dann kontinuierlich Wasser an die
Eder ab.
Dieser Wert wird als Abfluss in m³/s angegeben.
Daten der Staumauer
Höhe, ca.
47 m
Kronenlänge, ca.
400 m
Sohlenlänge, ca.
270 m
Kronenbreite, ca.
6 m
Sohlenbreite, ca.
36 m
Maximal mögliche Wasserabgabe
der Staumauer (bei Vollstau)
8 Notauslässe im mittleren Mauerbereich
440 m³/s
2 Rohre am linken Hang (Durchmesser 2,50 m), Kraftwerk Hemfurth
54 m³/s
6 Grundablässe am rechten Hang (Durchmesser 1,20 m)
150 m³/s
39 Öffnungen unter der Straße zur Hochwasserentlastung
über die Krone (Länge je 3,87 m, Höhe 1,50 m)
1100 m³/s
Hochwasserschutzraum
Eine wesentliche Funktion der Edertalsperre ist der Hochwasserschutz
für das untere Edertal. Hierzu soll der See im November
und Dezember einen maximalen Inhalt von 150 Mio. m³ nicht
überschreiten. Damit stehen ca. 50 Mio m³ zum Abfangen
von Hochwassersituationen zur Verfügung.
Ab Januar wird der Schutzraum dann nach und nach reduziert.
In abflussarmen Jahren geht er Ende April auf Null, in abflussreichen
Jahren Ende Mai. Bei Bedarf, z. B. großen Schneehöhen,
kann allerdings auch hiervon abgewichen werden kann.
Sollte der Seeinhalt durch starken Zulauf über die jeweils
gültige Marke steigen, wird nach Abfangen eines Hochwassers
der Pegel wieder gesenkt.
Mindestwasserabgabe: Abgabe = 6 m³/s
Wenn der Inhalt der Talsperre unter 40 Mio m³ sinkt und
absehbar ist, dass der Mindestinhalt von 20 Mio m³ unterschritten
wird, soll die Abgabe aus der Talsperre auf 6 m³/s reduziert
werden.
Niedrigwasserabgabe: Zufluss = Abfluss
Unterschreitet der Inhalt 20 Mio. m³ wird die Abgabe
aus der Talsperre auf den Zufluss reduziert.
Normalwasserabgabe: 6m³/s < Abgabe
< 40 m³/s
Während der Sommermonate soll die Edertalsperre die
Schiffbarkeit der Weser sicherstellen. Bei einem Talsperreninhalt
größer 40 Mio. m³ wird durch die Normalwasserabgabe
aus der Talsperre ein Mindestwasserstand der Weser von
1,20 m am Pegel Hann. Münden angestrebt.
Erhöhte Wasserabgabe: 40 m³/s
< Abgabe < 110 m³/s
Für besondere Transporte auf der Oberweser gibt die
Edertalsperre "Wellen" ab, auf denen dann Schiffe
mit großem Tiefgang die Nordsee erreichen können.
Die Abgabe richtet sich nach den Erfordernissen.
Hochwasserabgabe: Abgabe > 110 m³/s
In Hochwassersituationen kann der Abfluss auf Werte größer
110 m³/s steigen. Dies führt zu Ausuferungen der
Eder unterhalb Affoldern.
Zufluss
Der relevante Zulauf in den Edersee erfolgt durch die Eder.
Dieser Zufluss wird in Schmittlotheim gemessen und in m³/s angegeben.
Die weiteren Zuflüsse durch Bäche usw. werden nicht
erfasst. Damit ist der Zulauf in den Edersee je nach Situation
ca. 10% größer als der angegebene Wert.
Größtes bekanntes Hochwasser der Eder im Januar
1841: geschätzt 900m³/s